Ein bisschen Glauben gibt es nicht - Rückblick auf den Männertag 2020

Autor: Klaus Ehrenfeuchter

Bad Liebenzell: Zum Männertag des Liebenzeller Gemeinschaftsverbandes kamen am Samstag, 8.  Februar 2020 rund 1.200 Männer ins Missions- und Schulungszentrum nach Bad Liebenzell. Hauptreferent war Daniel Böcking, stellvertretender Chefredakteur der BILD.

Böcking berichtete eindrücklich über die 180-Grad-Wende in seinem Leben, durch die persönliche bewusste Entscheidung für ein Leben mit Jesus Christus im Jahr 2013. Der lebenslustige Ehemann, der seine Freizeit gerne am „Ballermann 6“ in Mallorca verbrachte und als „Rio-Reiser-Double“ am Strand auftrat, machte 2010 entscheidende Erfahrungen als BILD-Reporter , die ihn ins Nachdenken brachten. Zum einen waren es Begegnungen nach dem schweren Erdbeben in Haiti, wo ihn ein christlicher Arzt beeindruckte, der mit Ärzte ohne Grenzen bis zur persönlichen Erschöpfung im Einsatz war. Ein weiteres Nachdenken über Sinn im Leben setzte ein als Böcking einer der ersten Reporter bei der Loveparade-Panik mit den vielen Toten in Duisburg war. Schließlich fieberte er 2010 in Chile über der verschütteten Bergbaugrube mit, ob die 33 Bergbauarbeiter gerettet werden können. Als das Wunder geschieht schreibt er erstmals in BILD davon, dass er mit gebangt, gehofft und gebetet habe. Böcking, bis dato ziemlich unbeleckt in Sachen persönlicher christlicher Glaube, beginnt mehr und mehr für fromme Äußerungen sensibel zu werden. Ein Bibelvers sticht ihm in die Augen – Johannes 3, Vers 16: „Denn Gott hat der Welt seine Liebe dadurch gezeigt, dass er seinen einzigen Sohn für sie hergab, damit jeder, der an ihn glaubt, das ewige Leben hat und nicht verloren geht.“ Als er sich dann 2013 bewusst für ein Leben mit Jesus Christus entscheidet, beginng er in der Bibel zu lesen und lernt Jesus Christus mehr und mehr kennen. Er beginnt sich zu fragen, was Gott von ihm will. Bis heute ist Jesus sein großes Vorbild. Er formuliert seine Hingabe so: „Ein bisschen Glauben gibt es nicht“ und berichtete dann von Überraschungen, die er als „Christen-Grünschnabel“ bei Christen entdeckte. Als ein Video von Isis-Kämpfern durch die Medien geht, bei dem die Hinrichtung eines Journalisten gezeigt wird, weiß Böcking, dass es nun dran ist ein Statement über seinen christlichen Glauben in BILD abzugeben. Er zeigt auf, dass sich christlicher Glaube durch die Liebe fundamental vom Hass radikaler Islamisten unterscheidet. Er erhält viel Kritik in den sozialen Medien, aber auch überraschend viel Zustimmung. Er lernt mehr und mehr die christliche Community in Deutschland kennen, quer durch Landes- und Freikirchen. Er entdeckt sogar einen christlichen Gebetskreis bei BILD, dem er fortan angehört. Er merkt, wie wenige sich in unserer Gesellschaft für den christlichen Glauben interessieren und ist doch überzeugt, dass dessen Botschaft der Liebe und Vergebung brandaktuell und wichtig ist. Unter der Belegschaft von BILD weiß plötzlich jeder, dass der stellvertretende Chefredakteur zu den Christen zählt. Er freut sich, dass sein christlicher Glaube vielfach respektiert wird und lässt sich immer wieder einladen, um über seine persönlichen Glaubenserfahrungen zu reden. Auf die Frage, warum er als Christ bei BILD bleiben kann, meint er gelassen – auf die 1200 Zuhörer gerichtet: „Wo Gott uns hingesät hat, da sollen wir blühen! Bunt und sichtbar. Jeder von uns.“

David Deuble aus Wart und Peter Schuon aus Haiterbach erzählten in einem Videoclip über die Schicksalsschläge ihres Lebens, die sie querschnittsgelähmt machten. Sie berichteten über Kraftquellen aus dem Gebet und durchs Lesen der Bibel, die sie ihr Schicksal annehmen lassen.

Arne Kopfermann mit Band setzte zwei Markierungen durch ein geteiltes Konzert, dass von Buchlesungen durchzogen war. Dabei schilderte er den tödlichen Unfall seiner 12jährigen Tochter Sara, den er zu verantworten hatte, als er wegen blendender Sonne das Auto nicht gesehen hatte, das in sie reinfuhr. Er zeigte authentisch den langen Weg der Trauer und Klage auf, deutete an, welche dramatische Spannung dabei eine Ehebeziehung zu durchleiden hat. Er plädierte dafür, dass in christlichen Gemeinde nicht nur das Gotteslob, sondern auch die Klage Platz haben müsse. Das 90minütige Konzert endete mit einem Lied über die Ewigkeitsperspektive, die Christen haben.

In 12 Seminaren war nach der Mittagspause Gelegenheit sich weitere Impulse zu holen. Dabei gaben u. a. Marcus und Susanne Mockler Tipps darüber, was eine Ehebeziehung sicher macht. Timo Roller stellte Forschungsergebnisse aus der Archäologie Jerusalems vor. Der Neuenbürger Urologe Dr. Freier ermutigte Männer die Prostatakrebsvorsorge ernst zu nehmen und regelmäßig durchführen zu lassen. Udo Schmitt führte 15 Männer zum letzten Mal hinter die Kulissen des Missionsberges, ehe er sich in den Ruhestand verabschiedet.

MP3-Downloads vom Hauptreferat und einigen Seminaren gibt es im LGV-Online-Shop HIER.

Der Liebenzeller Gemeinschaftsverband arbeitet an rund 270 Orten in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Rheinland-Pfalz. Wöchentlich besuchen etwa 19.000 Erwachsene und Jugendliche die Veranstaltungen. Über 110 hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in den Gemeinden in Jugend-, Gemeindearbeit und Arbeitskreisen tätig. Er ist ein gemeinnütziges Werk innerhalb der Evangelischen Kirche in Deutschland und gehört dem Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverband an. Außerdem ist er noch Mitglied im Diakonischen Werk in Württemberg und eng mit der Liebenzeller Mission und dem Südwestdeutschen Jugendverband “Entschieden für Christus” verbunden.

Alle Fotos von: © Pixelflitzer