Von Prinzessinnen und Matschepampe - zwei Frauentage in Bad Liebenzell mit über 2000 Frauen

Klaus Ehrenfeuchter | 30.01.2018 |

Bad Liebenzell. Am Freitag, 26. und Samstag, 27. Januar fanden zwei große Frauentage mit insgesamt 2.100 Frauen im Missions- und Schulungszentrum statt. Eingeladen hatte der Liebenzeller Gemeinschaftsverband. Hauptreferentin Elena Schulte aus Altenkirchen/Westerwald sprach über die neue Würde einer Frau durch die Glaubensbeziehung mit Jesus Christus.

Zahlreiche Kronen, Diademe und schöne Blumen wiesen im großen Saal darauf hin, dass es beim diesjährigen Frauentag, der an zwei Tagen hintereinander mit identischem Programm stattfand, irgendwie um Prinzessin zu gehen schien. Der geheimnisvolle Titel „Fräulein Wundervoll“ im Einladeflyer machte neugierig.

In einer Theaterszene, die zum Hauptreferat hinführte, verkörperte Rosalie Weber eine Frau, die sich als Mutter, Organisatorin, Bügelfrau, Ermutigerin, Gemeindemitarbeiterin u. a. auspowerte und dabei frustriert immer mehr fragte, wo sie selber blieb und was ihre eigentliche Würde sei. Elena Schulte nahm dies im Hauptreferat auf und erklärte, wie schwer es fällt, sich selber Würde zuzusprechen. Das nach wie vor „Nr.1-Fasnachtskostüm“ sei das der Prinzessin. Es drücke sowohl Sehnsucht nach Bedeutung als auch nach Schönheit von innen und außen aus. Keine Frau wolle nur schaffen und machen, sondern auch gesehen werden als die, die sie wirklich ist. Schulte fragte: „Wer bin ich auch dann, wenn ich nichts leiste?“ Dabei seien viele Frauen sogenannte "Anpackerinnen", die gerne gebraucht werden, Leben gestalten und viel aushalten. Aber es gelte, Wert und Würde der Person an sich wiederzuentdecken. Anhand der biblischen Geschichte der schwangeren Hagar, die einst von Stammvater Abraham und dessen Frau in die Wüste verstoßen wurde, zeigte Elena Schulte auf, wie gut es ist, wenn man sich von Gott gesehen und gewürdigt weiß. Es sei erstaunlich, dass Hagar wieder in die alten Umstände zurückgehen musste und doch eine neue Perspektive mit Gott an ihrer Seite hatte.

Katja Zimmermann, stimmgewaltige Profimusikerin aus Gummersbach, gestaltete den Tag musikalisch mit und wurde dabei von Alexander Rink an der Gitarre begleitet.

In verschiedenen Seminaren ging es nach dem Mittagessen zum einen um die fünf „inneren Antreiber“. Elena Schulte berichtete von ihren eigenen positiven Erfahrungen mit der Transaktionsanalyse, die davon ausgeht, dass jeder Menschen mindestens einen von fünf Antreibern habe, die bewusst und unbewusst beeinflussen und oft auch unter Druck setzen: „Sei stark! Sei perfekt! Mach es allen recht! Beeil dich! Streng dich an!“ Sie selber sei vom Antreiber „Sei perfekt!“ stark geprägt und müsse lernen, perfektionistischen Tendenzen bewusst entgegen zu wirken. Sie führte anhand authentischer Situationsschilderungen ihres Alltags aus, wie sie Schritt für Schritt dabei eine Lernende ist.

Gesundheitstrainerin Ruthild Metzger gestaltete einen Workshop für Bewegung und Entspannung. Jutta Meis ermutigte dazu, auf natürliche Weise den christlichen Glauben im Alltag ins Gespräch zu bringen. Andrea Juhler aus der Pfalz berichtete über Erfahrungen beim „Pilgern mit Frauen auf dem Jakobsweg“. In einem vegetarisch geprägten Workshop mit Margot Muz wurden kleine Snacks zubereitet. Lisa Feil bot praktische Psychologie für den Alltag. Die Farb- und Stilberaterin Jeanette Scheuernstuhl gab individuelle Schönheits- und Wohlfühltipps. Am Samstag zeigte Anne-Kathrin Luz auf, wie sich Kleinkindergottesdienste gestalten lassen, bei denen die ganze Familie mit hineingenommen wird. Christiane Ratz bot in der Buchhandlung eine Autorenlesung an, bei der es darum ging, wie Muslime Jesus Christus kennenlernen. Udo Schmitt führte als Öffentlichkeitsreferent über das Missionsgelände.

Das Schlussreferat leitete Elena Schulte mit der Schilderung ihres ersten Urlaubs in Fuerteventura ein. Selbst enttäuscht von der langweiligen braunen Wüstenlandschaft, durch die sie mit ihrer Familie vom Flughafen zum Hotel fahren musste, drückte sich ihr Sohn fasziniert an die Autoscheibe und meinte: „Mama, hier kann man richtig gut Matschepampe machen …“ Wer mehr als das wolle, müsse sich von Gott in ein weites Land einladen lassen, dass er vorbereitet habe. Jede Frau solle sich neu als wertvolle Krone in Gottes Hand sehen.

Am Ende der Veranstaltung übergab Helga Hartmann nach 18 Jahren die Verantwortung für die Frauentage an Alisa Ott, die ansonsten als Gemeindediakonin in Ludwigsburg-Ossweil im Liebenzeller Gemeinschaftsverbandes tätig ist. 

Der Liebenzeller Gemeinschaftsverband arbeitet an rund 300 Orten in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Rheinland-Pfalz. Wöchentlich besuchen etwa 19.000 Erwachsene und Jugendliche die Veranstaltungen. Über 110 hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in unseren Gemeinden in Jugend-, Gemeindearbeit und in unseren Arbeitskreisen tätig.

Der LGV ist ein gemeinnütziges Werk innerhalb der Evangelischen Kirche in Deutschland und gehört dem Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverband an. Außerdem ist er noch Mitglied im Diakonischen Werk in Württemberg und eng mit der Liebenzeller Mission und dem Südwestdeutschen Jugendverband “Entschieden für Christus” verbunden. 

K. Ehrenfeuchter, Calw

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