Zur StartseiteZur Startseite

LGV gemeinsam-glauben-lebenAktuelles

03.04.12 09:26 Alter: 1 year

Ostergarten bei der Stadtmission in Pforzheim - ein beeindruckendes Erlebnis für alle Sinne

Von: Klaus Ehrenfeuchter

 

Die Stadtmission Pforzheim lädt seit dem 15. März bis zum 8. April zum Ostergarten ein. Unter www.ostergarten-pforzheim.de kann man sich noch Termine reservieren. Die zehn Stationen mit ihren eindrücklich gestalteten Kulissen geben die Szenen um das Ostergeschehen beeindruckend wieder. Man wird dabei über mehrere Stockwerke in den Räumen der Stadtmission geführt. Im folgenden ein persönlicher Eindruck:

Ich stehe mit der kleinen Gruppe von Kindern und Erwachsenen vor dem Stadttor in Jerusalem und werde von einem „Israeliten“ begrüßt. Er bittet uns, einen dunklen Pflasterstein mitzunehmen. Er soll uns an unsere Sorgen, Nöte und auch an das eigene Versagen erinnern.

Wir gehen durch das Tor… der Boden aus kleinen Kieselsteinen knirscht und schnell sind wir in die Klänge und Gerüche von vor 2000 Jahren in der Hauptstadt Israels eingetaucht. Wir dürfen Mandeln und Feigen probieren, dann lädt uns der Guide ein in ein Obergemach. Wir sitzen um einen Sedertisch und hören die Erklärungen zum ersten Passafest mit den bitteren Kräutern, dem Knochen vom Lamm, den Zwiebeln, die an die Tränen der Sklaverei von Gottes Volk erinnern u. a. Man erklärt uns, wie Jesus aus dem Passahmahl das christliche Abendmahl stiftete.

Dann geht es in den Garten Gethsemane. Es ist jetzt „mitten in der Nacht“. Ergreifend erzählt man uns, wie Jesus gebetet hat - drei Laternen erinnern an die drei Jünger, die er mit sich genommen hatte, damit sie mit ihm beten. Unser „Israelit“ vergisst nicht zu erwähnen, dass die drei Mitbeter immer wieder eingeschlafen waren und Jesus allein ließen im Gespräch mit seinem himmlischen Vater, aber auch im inneren Ringen von ihm um das „Ja“ zum Gang ans Kreuz.

Wir können uns vorstellen, wie Judas nachts in den Garten kam und Jesus mit dem verräterischen Kuss an die Soldaten ausgeliefert hat. Wir gehen anschließend einen Kellergang runter, der an den Wänden mit Eisen, Speeren und Schwertern dekoriert ist.

Und dann stehen wir an dem Lagerfeuer, wo man Petrus erkannt hatte und wo er dreimal verleugnet hatte, dass er zu diesem Jesus gehört. Der Fuß des Führers betätigt den Schalter und schon beginnt der Hahn, der auf einer halbhohen Mauer steht, zu krähen. Ich kenne die Geschichte mit der Verleugnung des Petrus und dem krähenden Hahn wirklich auswendig, aber da unten im Feuerschein berührt es mich ganz neu.

Wir gehen weiter und kommen in den Saal, wo der Thron von Pilatus steht, wo aber auch die Wasserschüssel steht, in der sich der römische Statthalter die Hände in angeblicher Unschuld gewaschen hatte, um dann Jesus an die Folterer mit der Kreuzigung am Ende auszuliefern.

Wir treten in den schwarzen Gang mit den Gipsmasken, die alle „Kreuzige ihn! Kreuzige ihn!“ brüllen. Nur Masken - so als solle man erkennen, dass da auch das eigene Gesicht und die eigene Stimme dabei sein könnten, bei diesem Schreien gegen Jesus.

Und dann stehen wir plötzlich im Dämmerlicht vor den drei Kreuzen auf Golgatha. Links das Kreuz des einen Terroristen der nicht verstanden hatte, wer Jesus ist. Und rechts das Kreuz des anderen, der vermutlich zunächst auch gespottet hatte, aber dann Jesus als den erkannte, der seine Seele retten und ihn ins Paradies bringen konnte. Dazwischen das Kreuz von Jesus – voll mit Steinen. Ein purpurnes Stoffteil hängt am Kreuz runter und erinnert an den Königsmantel vom gekreuzigten Christus. Unten am Kreuz liegt die Dornenkrone und eine große Blechschale mit einigen schwarzen Steinen. Wir hören das Evangelium aus dem Mund unseres Begleiters. Er erklärt uns, dass Jesus für unsere Schuld sterben musste, damit wir sie von Gott vergeben bekommen. Und dann dürfen wir unseren Stein unten ans Kreuz legen. Bei jedem Stein klappert das Blech und erinnert mich daran, dass jeder einzelne bei Gott wichtig ist und errettet werden kann durch Jesus. Ja - ich darf auch meine Schuld bei Jesus am Kreuz abgeben...

In die Wand eingelassen, der zerrissene Vorhang des Tempels, der die beiden Tafeln mit den 'Zehn Geboten' freilegt. Die Aussage dabei: Der Zugang zu Gott ist für uns Menschen frei.

Doch zunächst geht es noch ins Grab. Ich muss mich bücken, um in den niedrigen Raum überhaupt rein zu kommen. Und dann lesen wir im Grabraum die Schrift neben einer weißen Figur, die den Engel darstellt, der sagte: „Er ist nicht hier, er ist auferstanden!“

Wir brauchen nicht länger am Grab bleiben… wir gehen durch einen hellen Raum in Form eines Kreuzes und kommen in einen schönen Garten mit bunten Blumen, Vogelgezwitscher und einem beruhigenden Wasserfall. Der Führer erklärt uns: „Wir kommen durchs Kreuz ins Paradies“. Da ist es wirklich schön.

Doch der Alltag holt uns ein in der letzten Station, die wir - nach einem kurzen Blick in den Raum der Stille mit der Übersetzung vom „Vaterunser“ in verschiedenen Sprachen an den Wänden – schlussendlich durchschreiten müssen.

Ein Raum mit 'Alltagsgegenständen' bringt uns zurück in die Gegenwart des Alltages. Ein Schritt durch die letzte Tür und schon sind wir wieder im Foyer der Stadtmission.

Nachdenklich machen wir uns auf den Heimweg…So ganzheitlich haben wir das Evangelium noch nie gehört und erfahren.


 
 DRUCKEN  |   Kontakt  |   Impressum