LGV-Startseite
Arbeitsfelder
Musikarbeit
"... davon ich singen und sagen will!"
Ein Plädoyer für "frisches Singen" in unseren Gemeinschaften/Gemeinden
"Singen ist das Fundament zur Music in allen Dingen" - schreibt Georg Philipp Telemann 1718. "Singen ist eine unverzichtbare, elementare und emotionale Lebensäußerung des Menschen", so beschreiben das elf Musikprofessoren in den sogenannten "Essener Thesen zum Chorsingen im 21. Jahrhundert". Weiter heißt es: "Musik bereichert das Dasein ästhetisch. Sie hat konstruktive, Gesellschaft und Kultur überhöhende, teils neu in Bewegung setzende Kraft. Chorsingen trägt in besonderer Weise zu Gemeinschaftsbildung, sozialer Integration und Persönlichkeitsentwicklung bei. Es schult das Hin-Hören und das Zu-Hören, die Selbst- und Fremdwahrnehmung. Darüber hinaus besitzen Stimmbildung und Atemerziehung positive Auswirkungen auf Gesundheit und sprachliche Kommunikation."
Martin Luther schreibt an seinen Freund Matthias: "Wenn ihr traurig seid und es will überhand nehmen, so sprecht: Auf! Ich muss unserem Herrn Christus ein Lied spielen, denn die Schrift lehrt mich, dass er gern fröhlich Gesang und Saitenspiel hört. Und greift frisch in die Tasten und singet drein, bis die Gedanken vergehen, wie David und Elisäus taten. Kommt der Teufel wieder und gibt euch eine Sorge oder traurige Gedanken ein, so wehret euch frisch und sprecht: Aus, Teufel! Ich muss jetzt meinem Herrn Christus singen und spielen."
Was wäre Christentum ohne Singen?
Singen und Musik waren zu allen Zeiten entscheidende Träger von Botschaften. In der Reformation waren es keineswegs nur Martin Luthers theologische Schriften, die für die Veränderung sorgten. Was aus der Reformation eine wirkliche Volksbewegung machte, das waren ganz wesentlich seine Choräle, die der Volksmusik der damaligen Zeit abgelauscht waren.
Singen ist zu allen Zeiten eine unaufgebbare Lebensäußerung der christlichen Gemeinde gewesen. Die großen Erweckungsbewegungen waren nicht nur geprägt von herausragenden Predigern, sondern auch durch die sie begleitenden Sänger.
Es ist uns im Gemeinschaftsverband ein Anliegen, dass gerade auch der Chorgesang nicht gering geschätzt wird, sondern wieder an Bedeutung gewinnt. Mir sind dabei folgende Leitsätze für unsere Musik- und Chorarbeit wichtig:
1. Chorarbeit und gemeinsames Singen in der Gemeinde ist ein biblischer Auftrag.
Singen hat in der Bibel eine feste Bedeutung. In 31 Psalmen kommt "singet und spielet" vor. In Epheser 5, 19 steht die Magna Charta der Musik: "Ermuntert einander mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern, singt und spielt dem Herrn in eurem Herzen." So wird ebenfalls in Kolosser 3, 16 und bis in die Offenbarung hinein viel vom Singen gesprochen.
2. Chorarbeit ist mehr als "miteinander singen"!
Im Chor wird praktische Gemeinschaft gelebt. Wer miteinander singt, kann besser miteinander reden. Die Lieder mit ihren Texten und ihrer Melodie wollen zuerst zu den Sängern sprechen. So wird aus mancher Chorstunde zuerst eine "Chor-Bibelarbeit", weil sich über dem Bedenken des Textes neue Erkenntnisse aus Gottes Wort erschließen und das geistliche Leben dadurch erfrischt wird.
3. Chorarbeit ist Verkündigung mit Herz und Ohr.
Worte allein verhallen oft. Aber Worte mit einer Melodie können noch lange nachklingen. In der Kirchengeschichte hat wohl wie kaum ein anderer Johann Sebastian Bach (1685-1750) diese Aufforderung der Heiligen Schrift aufgenommen. Durch Chorlieder kann die Predigt vertieft werden und wird eine Brücke geschaffen, die Botschaft des lebendigen Gottes mit in den Alltag zu nehmen.
4. Chorarbeit dient dem Gemeinschafts-/Gemeindeaufbau.
Integration in eine Gemeinde kann sehr gut über die Chorarbeit geschehen. Und wie viele Eltern sind in unsere Gottesdienste gekommen, weil ihre Kinder beim Kinderchor (Kindermusical) mitmachen. Vielleicht gibt es ja auch einmal einen Chor für die Eltern der Kinder.
5. Chorarbeit ist Gabe an die Gemeinde.
Ein Chor soll die Gemeinde zum gemeinsamen Gotteslob einladen und hinführen. Uns geht es nicht in erster Linie um die Präsentation von Fähigkeiten und Perfektion. In allem und über allem soll stehen: "Soli deo gloria" - allein dem Herrn die Ehre". Eine solche Haltung wird den Sängern und Spielern abzuspüren sein.
6. Chorarbeit ist ein missionarischer Dienstbereich.
Viele Möglichkeiten bieten sich durchs gesungene Lied in Krankenhäusern, bei Geburtstagen, bei Beerdigungen und anderen Gelegenheiten. Wo ein gesprochenes Wort zu viel wäre, kann ein Lied Türen und Herzen öffnen.
Deshalb ermutigen wir vom Arbeitskreis Musik sehr, wieder neu über die Chorarbeit nachzudenken und konkrete Schritte zu wagen. Wir möchten durch den Chorsängertag am 1. November 2006 dazu einladen und hoffen, dass dieser Tag für viele wieder ein Start zu einer Neubelebung, einer Wiederbelebung oder zu einem Neuanfang einer Chorarbeit in der Gemeinschaft/Gemeinde oder im Bezirk wird.
Weitere Informationen zum Chorsängertag sind erhältlich bei
Claudius Schillinger
Referent für Öffentlichkeitsarbeit
Liobastraße 11
75378 Bad Liebenzell
Telefon: 07052-920885
Telefax: 07052-5347
E-Mail: claudius.schillinger(at)lgv.org

