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Gute Vorbilder
"Gute Vorbilder braucht das Land"
– Vorbereitungshilfe für eine Gruppenstunde mit Frauen –
1. Gestaltung:
Im Raum Bilder von bekannten Persönlichkeiten aus Film, Sport, Politik, Kirche, Fernsehen, Kultur, usw. anbringen (gut sichtbar an den Wänden oder einer Stellwand anbringen oder auf Tischen verteilen, sofern die Frauen an Tischen sitzen. Das sollte man den örtlichen Gegebenheiten anpassen).
2. Ziel, Kernaussage:
Mein Leben als Christ hat immer Vorbildfunktion – gut oder schlecht!
Bin ich als Christ ein Vorbild für andere?
Ist mein Leben für andere "Anschauungsmaterial" für ein Leben mit Gott?
(Diese Fragen könnte man am Ende der Bibelarbeit zur Diskussion stellen).
3. Hinführung zur Bibelarbeit:
Vorbemerkung. Es gibt viele Möglichkeiten, zum Bibeltext hinzuführen, hier ist Kreativität gefragt. Drei Möglichkeiten seien hier erwähnt, die aber nicht verpflichtend sind.
3.1 Möglichkeit:
Gemeinsamer Austausch über die Fragen:
"Wenn ihr über euer eigenes Leben nachdenkt, welche Person war für euch ein Vorbild?"
"Wie wird man ein Vorbild für andere?"
"Welche Kriterien muss ein Mensch erfüllen, um ein Vorbild zu sein?"
"Ihr habt vielleicht die Bilder der Prominenten wahrgenommen, die im Raum verteilt sind (Stellwand oder Tisch). Erfüllt eine oder mehrere dieser Personen die Kriterien, die eurer Meinung nach wichtig sind?"
3.2 Möglichkeit:
Die Frage in den Raum stellen:
"Was würden unsere Kinder antworten auf die Frage: Wer ist für dich ein Vorbild?"
Rollenspiel anschließen:
Wie könnte sich das Gespräch weiter entwickeln?
(Das Rollenspiel soll zum Thema hinführen und zum Nachdenken anregen. Nicht mehr als 5-8 Minuten dafür einplanen).
3.3 Möglichkeit:
"Neue Männer braucht das Land!" hieß es 1983 kämpferisch in einem Lied von Ina Deter. In einer Studie der Evangelischen Kirche im Rheinland rechnet Rainer Volz 25 Prozent der Männer zu der Gruppe der "Neuen Männer". Die so genannten "Neuen Männer" haben einen intensiveren Zugang zu ihren Gefühlen, sie sind gewaltärmer, akzeptieren im Beruf Frauen als Vorgesetzte, helfen im Haushalt und sehen es sogar als Bereicherung an, zur Betreuung ihres Kindes in Erziehungsurlaub zu gehen.
Der Ruf nach Vorbildern in unserem Land wird immer lauter, nicht zuletzt auch durch die wieder neu entflammte Diskussion um Werte in unserer Gesellschaft. Auch im Internet finden wir, was unser Land "braucht":
"Neue Schulen braucht das Land", "Neue Lehrkräfte braucht das Land". Auf jedes Defizit, im Schulwesen zum Beispiel schonungslos durch die Pisa-Studie aufgedeckt, scheint der Schrei nach "Erneuerung" die Lösung. Es gibt noch weitere Beispiele: "Neue Männer braucht das Land" wird durch "Neue Väter braucht das Land" abgelöst. (
Zwei Mütter treffen sich zum Kaffee und unterhalten sich. Sie haben Kinder in derselben Klasse. Eine Ausarbeitung zum Thema "Vorbild" steht als Hausaufgabe an. "Du meine Tochter hat mich gefragt, ob ich ein Vorbild habe?" "Ach ja? Mein Sohn hat lautstark verkündet: Ich heirate nie, das gibt nur Ärger ..."www.stern.de oder www.zitate.net oder www.zeit.de oder www.langeneggers.ch
Kaum zu glauben, aber wahr, auch der Titel dieser Bibelarbeit ist im Internet zu finden: "Neue Vorbilder braucht das Land". Hier geht es allerdings um einen Vortrag von Professor Dr. Peter May über den Moralverfall in den Führungsetagen der deutschen Wirtschaft.
Vielleicht habt ihr die Bilder der Prominenten an der Stellwand betrachtet? Würdet ihr euch eine dieser Personen zum Vorbild nehmen?
(Diese oder andere Fragen stellen, um die Frauen zum Nachdenken und Austausch anzuregen).
Wie steht es mit den Vorbildern der Deutschen? Treten nicht automatisch Bilder von Mutter Theresa, Mahatma Gandhi oder Albert Schweitzer vor das innere Auge? Die Zeitschrift "Der Stern" hat 2003 deutschlandweit eine große Umfrage durchgeführt: "Wem eifern wir nach? Zu wem schauen wir auf?" Was denkt ihr? Wer machte das Rennen? (Den Frauen Zeit zum Antworten einräumen).
Das Ergebnis: Auf Platz eins – die eigene Mutter!
4. Bibelarbeit:
Folgende Fragen stellte ich meinen Kindern:
Was ist ein Vorbild?
Antworten:
"Einer, der an Gott glaubt und armen Menschen hilft"
"Einer, der lebt, so wie es richtig ist"
Wie muss ein Vorbild sein?
Antworten:
"Er muss ehrlich sein, man muss ihm vertrauen können"
"Er muss einen guten Charakter haben"...
Der deutsche Schriftsteller Erich Kästner (1899-1974) sagte: "Bei Vorbildern ist es unwichtig, ob es sich dabei um einen großen toten Dichter, um Mahatma Gandhi oder um Onkel Fritz aus Braunschweig handelt, wenn es nur ein Mensch ist, der im gegebenen Augenblick ohne Wimpernzucken gesagt oder getan hat, wovor wir zögern."
4.1 Als Vorbild gefragt (Psalm 78,1-8)
"Gute Vorbilder braucht das Land – wie werde ich ein gutes Vorbild für andere?" Kann ich als Christ diesem Anspruch gerecht werden angesichts eigener Fehler, Versagen und Sünde? Es klingt mir noch in den Ohren, wie eine einheimische Frau während unseres Missionsdienstes in Papua-Neuguinea zu mir sagte: "Wir Neuguinesen beobachten euch Missionare sehr genau, ob ihr das auch wirklich lebt, was ihr predigt!"
Auch in Deutschland werden wir als Christen sehr genau beobachtet von Nachbarn, Arbeitskollegen, Schulkameraden und nicht zuletzt von der eigenen Familie! Oft setzen wir vorbildhaftes Leben mit fehlerfreiem Leben oder Sündlosigkeit gleich und wissen, dass wir diesem Anspruch nicht gerecht werden können. Kein Mensch kann das! Andererseits können wir aber zum Beispiel ein bestimmtes Verhalten von unseren Kindern nicht einfordern, wenn wir es ihnen nicht vorleben (Zum Beispiel: Ordnung halten. Eigenes Beispiel anführen).
Was ist ein Vorbild? Wie ist ein Vorbild?
Übertragen bedeutet das: Ich habe ein Bild vor mir. Ich sehe das Bild ganz klar, seine Bedeutung ist mir verständlich. Ich kann es erfassen, verstehen und übernehmen. Asaph zeichnet im 78. Psalm ein Bild von Menschen, die den lebendigen Gott in ihrem Leben erfahren haben.
Sie haben seine Macht erfahren – er hat sie aus der Gefangenschaft in Ägypten befreit.
Sie haben sein Versorgen erlebt in der Wüste – er schickte Brot vom Himmel und Wasser aus Felsen.
Sie haben seinen Schutz erfahren – er hat die Feinde vor ihnen her besiegt.
Sie haben seine Worte vernommen – die Zehn Gebote wurden Leitlinien für ein Leben unter Gottes Herrschaft.
Sie haben seine Führung erfahren – am Tag war Gott in der Wolkensäule, in der Nacht in einer Feuersäule bei seinem Volk.
In all dem hat Gott immer wieder seine Liebe und Treue zu seinem erwählten Volk unter Beweis gestellt. Sie sind verpflichtet, das, was sie mit Gott erlebt haben, ihren Kindern zu erzählen. Dadurch soll auch die nächste Generation Gott kennen lernen und vertrauen. Auch die nächste Generation soll verstehen, dass Gott sie erwählt hat, als Israeliten, um dem lebendigen Gott zu folgen, nach seinem Wort zu fragen und nach seinem Willen zu leben. Wenn sie das tun, werden sie zum Vorbild, zum Segen für die ganze Welt.
4.2 Als Vorbild versagt (1. Korinther 10,1-11)
Die Verse in 1. Korinther 10,1-11 sind eine Zusammenfassung der Ereignisse, die Psalm 78 beschreibt: Das Volk Israel wurde seiner Vorbildfunktion nicht gerecht. In 1. Korinther 10,5 lesen wir: "Gott war nicht glücklich über die meisten und so starben sie in der Wüste ..." (nach einer englischen Übersetzung).
Was war geschehen? Sie waren nicht bereit, nach den Geboten Gottes zu leben, sie murrten und jammerten, klagten Gott an, zweifelten an seiner Liebe, vergaßen die Wunder Gottes. Sie folgten dem Beispiel der anderen Völker, verehrten deren Götter und lebten in sexueller Freizügigkeit. Sie waren von Gott dazu bestimmt, für die heidnischen Völker ein Vorbild zu sein. Sie sollten den lebendigen Gott anbeten, der Himmel und Erde geschaffen und sie befreit hatte. "Dies alles geschah ihnen zum Beispiel und wurde für uns zur Warnung aufgeschrieben", schreibt Paulus an die Korinther.
Auch die Christen in Korinth standen in der Gefahr, dem Vorbild ihrer Umgebung nachzueifern und Gott dabei zu vergessen. "Wir sollten nicht unmoralisch leben – wie einige von ihnen; wir sollten uns nicht gegen Gott auflehnen – wie einige von ihnen; wir sollten nicht anderen Göttern dienen – wie einige von ihnen."
Wir Christen heute, stehen genauso in der Gefahr, uns an Menschen unserer Umgebung zu orientieren, die nicht mit Gott leben? Wir hinterfragen Gottes Wort: hat das für uns heute noch Gültigkeit? Will Gott uns den Spaß verderben? Zum Beispiel: Ist es wirklich nötig, mit der Sexualität bis zur Ehe zu warten und wozu überhaupt heiraten?
Die Frage heißt aber: Wem gehört unser Leben? Hören und Gehören sind "verwandt".: Auf wen hören wir? Wem gehören wir? Wenn unser Leben Gott gehört, dann haben wir seine Liebe und Treue auch schon vielfältig erlebt, nicht zuletzt darin, dass Jesus für uns gestorben ist. Gott hat ein Ziel für unser Leben und einen Plan mit unserem Leben. Er möchte, dass unser Leben für andere anziehend ist, damit auch sie Gott kennenlernen. Gott will, dass wir ein Vorbild für andere sind, indem wir seinem Wort gehorchen. Das bedeutet: Gottes Wort hat auch heute noch Gültigkeit für unser Leben. Gott hilft uns, durch sein Wort und seinen Geist so zu leben, wie er es will. Und wenn wir versagen, dann können wir neu anfangen. Die Bibel verschweigt auch nicht die Fehltritte der Männer und Frauen, mit denen Gott Geschichte gemacht hat und die für andere ein Vorbild waren (Abraham, David, Petrus und andere).
4.3. Als Vorbild ausgezeichnet (1. Thessalonicher 1,1-10)
Gottes Herzensanliegen ist es, mit seinen Menschen in enger Gemeinschaft zu leben. Er hat uns gemacht, um ihn zu ehren. Wie aber können Menschen Gott ehren, wenn sie ihn gar nicht kennen? Dazu braucht es Menschen, die ihnen vorleben, was es heißt, mit Gott zu leben: Es braucht Vorbilder! Was zeichnet solche Vorbilder aus? Die Aussagen in 1. Thessalonicher 1,1-10 geben darauf Antwort.
Drei Dinge verleihen Christen das Prädikat "Vorbild": Glaube, Liebe und Hoffnung.
Paulus lobt die Christen für ihren Glauben, ihr Vertrauen zu Gott, das auch für andere Christen beispielhaft ist. Gottes Wort, so wie es Paulus und seine Mitarbeiter ihnen verkündigt haben, ist für sie zum Maßstab im Leben geworden. Ihr Leben hat dadurch eine neue Richtung bekommen. Sie haben den lebendigen Gott erkannt. Den Gott, der ihre Sünde vergibt, der ihr Leben neu macht. Und dieser Gott hat sie unendlich lieb. Sie müssen ihn nicht durch Rituale besänftigen wie ihre Natur-Götter. Dieser Gott ist so mächtig, dass er sogar den Tod besiegt hat. Sein Sohn, Jesus Christus, hat durch sein Sterben am Kreuz den Teufel und die Sünde besiegt. Er ist auferstanden und schenkt den Menschen, die ihm vertrauen, Leben, das über den Tod hinausgeht. Das ist die Grundlage für ein Leben in Freiheit und Freude und für dieses Leben haben sich die Christen in Thessalonich entschieden. Dieser Glaube setzt Christen in Bewegung und wird praktisch in der Liebe, die sie zu Gott haben und die sie auch anderen Menschen erweisen. Ganz besonders zeigt sich die Liebe zu anderen Christen auch in ihrem Verhalten (auch Paulus hat davon profitiert). Sie nehmen Anfeindungen, Missverständnisse bis hin zu Verfolgungen in Kauf, weil sie Hoffnung haben. Ihr Leben, ihre Wünsche und Träume sind nicht nur auf das irdische Leben fixiert. Sie leben verantwortungsbewusst, aber sie wissen auch, dass das nicht alles ist. Sie haben die Hoffnung auf eine Zukunft bei Gott: ohne Leid, Schuld und Tod. Diese Gewissheit gibt ihnen Kraft, in den Herausforderungen des Lebens, auch in ungeklärten Fragen und unverständlichen "Schicksalsschlägen", an Gott festzuhalten, den Glauben nicht zu verlieren, zu wissen: Gott meint es gut mit uns und bringt uns an sein Ziel.
Wir sind als Christen nicht perfekt, wir machen auch Fehler. Aber wir haben Jesus in unserem Leben, der uns trotz Fehler und Versagen gebrauchen will. Wenn er die Herrschaft in unserem Leben hat, sein Wort richtungweisend für uns ist und seine Liebe unser Handeln bestimmt, können wir für andere ein Vorbild sein, das zum Glauben an Gott einlädt.
5. Quellennachweis:
Bibel (verschiedene Übersetzungen: Lutherbibel, "Hoffnung für alle"), Vorbilder – berühmte Persönlichkeiten (Internet-Seite s. Ausarbeitung), Zitate zum Thema "Vorbild" (Internet: bei Google das Thema "Vorbilder" eingeben und man bekommt verschiedene Internetseiten, auf denen man Informationen zum Thema abrufen kann).
6. Vorbereitungsliste – Was brauche ich?
Bibel, Bilder von Personen aus Fernsehen, Politik, Kirche, Sport usw. (aus Zeitungen/Zeitschriften), man kann auch Personen im persönlichen Umfeld zum Thema befragen, zum Beispiel Familienangehörige, Freunde oder auch ältere Menschen.

